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         GuitarGuru Februar 2010: Beim Komponieren von Songs und Gitarrensolos denken wir viel. Und je mehr Kenntnisse der Musiktheorie wir haben, desto mehr Dinge haben wir, über die wir beim Komponieren nachdenken können. Darum: Stoppe zwischendurch diesen Denkprozess und lass Deiner wahren Kreativität freien Lauf!  Wie das funktionieren soll?  Ich beschreibe Dir gleich zwei Methoden, mit denen Du Deine Kreativität aus der Reserve locken kannst. Spiel bei allen Methoden einfach drauflos, was gerade so kommt, Ton um Ton... und mach das jeweils mindestens für ein paar Minuten. Am Anfang hast Du möglicherweise wenig Ideen, aber spiel einfach immer weiter. Danach kommt häufig eine Phase, wo es langweilig wird (weil Du immer wieder dasselbe spielst), und spätestens nach 2-3 Minuten (wenn Du Dich zwingst, wirklich ununterbrochen einfach OHNE NACHZUDENKEN IRGEND-ETWAS zu spielen) kommen die ersten wirklich kreativien Ideen, dann wird es erst richtig interessant. Spiel weiter und Du wirst Melodien spielen, die Du noch nie so gespielt hast :-)  Ein Tipp, bevor Du gleich loslegst: Nimm alles auf, was Du während diesen Übungen spielst! Denn Du solltest Dir nachher alles anhören. Gewisse Teile sind kompletter Schrott, andere Teilen sind „Goldadern“. Darin kannst Du immer wieder ganz coole Melodieteile entdecken, die Du zum Beispiel in einem Song oder Solo verwenden könntest. Also: Nimm alles auf! An diese Melodien kannst Du Dich später sonst nicht mehr erinnern – und das wäre doch schade!  #1 Etwas für Verrückte: Suche sinnlose, unmögliche, gnadenlose... Melodien  Spiel die leere E-Saite und lass sie ausklingen. (Schlage sie zwischendurch immer wieder mal an, denn sie ist die Basis für unsere verrückten Melodien, die wir gleich finden werden!) Dann starte auf irgend einer der höheren Saiten in irgend einem Bund mit ein paar ersten Tönen, ohne dabei eine Tonleiter oder einen Fingersatz im Kopf zu haben. Spiel einfach weiter, und spiel vor allem so, wie Du sonst nie spielst! Spiel Melodien und Rhythmen, die Du sonst nie so spielst. Spiel wie ein Verrückter...  #2 Etwas für Träumer: Spiele einfach vor Dich hin  Du solltest an einem ruhigen Ort und ungestört sein. Schliess die Augen, schalte Deinen Geist ganz ab (Mein Trick: „Schaue“ mit Deinen geschlossen Augen von Innen auf die Stelle genau zwischen Deinen Augen!), atme langsam und tief, denk an nichts... schlage dann die tiefe E-Saite ein paar Mal an und lass sie lange ausklingen. Schlage sie ab und zu immer wieder an und spiele dabei einfach vor Dich hin... langsame Töne, kurze Melodien, die Dir einfach „einfallen“. Die tiefe E-Saite hilft, dass Deine Melodien einen Boden (Grundton) haben und die Töne richtig stimmungsvoll werden. Halte die Töne lange aus und fühle bei jedem Ton die unterschiedliche Spannung die entsteht, wenn dazu die tiefe E-Saite klingt.  ~-~  Ich hoffe, das Experiment war für Dich interessant und Du hast viele spannende Melodien entdeckt :-) Nicht dass Du mich falsch verstehst: Kenntnisse aus der Musiktheorie sind zum Komponieren sehr(!) hilfreich. Und manchmal kommen wir auch gerade mithilfe der Musiktheorie auf ganz interessante Ideen und „Lösungen“ beim Komponieren. Es ist nur so, dass wir oftmals freier und kreativer komponieren können, wenn wir uns nicht mit theoretischen Dingen herumschlagen, um zum Beispiel den ultimativen Refrain zu finden ;-)  Und ebenso kann unsere über Jahre gewachsene Sammlung an Licks, Riffs, Akkorden, Tonleitern usw. mit Sicherheit bem Komponieren hilfreich sein. Aber auch hier gilt: Es kommen manchmal ganz unerwartete, viel coolere Resultate (Improvisationen, Solos, Songs,...) dabei raus, wenn wir gar nicht an bestimmte Licks, Riffs, Akkorde und Tonleitern denken, sondern einfach mal spielen... und dann hören, was passiert.  Das Abschalten des Kopfs kann ganz unerwartete Musik aus Deinem Innern hervorzaubern. Let it happen!"    Unser Akustik-Service für Ihr Studio oder Heimkino